Wachteln halten und die kleinen Schätze pflegen

Wachteln sind sowohl als Ziervögel als auch als Nutztiere gleichermaßen beliebt. Ihre Eier sind für Gourmets und Feinschmecker wahre Delikatessen. Außerdem sind Wachteln auch deswegen beliebte Heimtiere, weil sie im Gegensatz zu Hühnern viel weniger Platz beanspruchen und leiser sind. Bei einer artgerechten Haltung und intensiver Pflege können Japanische Legewachteln sehr zutraulich werden. Wollen auch Sie stolze Wachteleltern werden und die ruhigen und liebenswerten Tiere auf Ihrem Grundstück liebevoll großziehen? Dann erfahren Sie hier einige wichtige Ratschläge zur artgerechten Wachtelhaltung, die mit viel Einsatz und Engagement das Leben Ihrer gefiederten Freunde um ein Vielfaches verlängern kann.

Weitere hilfreiche Tipps und Hinweise können Sie auch in unserem Wachtel-Fachbuch, der Wunderbaren Wachtel-Welt, finden.

Wachteln Herkunft und Wesen

Wachteln sind die kleinsten Hühnervögel der Welt und vor allem in Europa und im westlichen Asien, sowie in Afrika heimisch. Die Wachteln, die wir in unseren Breiten als Heim- und Nutztiere halten, sind häufig sogenannte Japanische Legewachteln. Aber auch besonders auffällige Arten, wie die Californische Schopfwachtel oder die Blauschuppenwachtel, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden zusehends häufiger gehalten und gezüchtet.

Wachteln werden immer beliebter und sind gesellige, pflegeleichte, sowie lebensfreudige Vögel. Sie vereinen praktischen Nutzen und liebenswerten Charakter und sind dadurch auch als reine Heimtiere immer beliebter. Allen voran ist hier die Legewachtel zu nennen. Ihr ruhiger Charakter, vorausgesetzt sie stammt aus einer hochwertigen Zuchtlinie, und ihre leckeren Eier sind die optimale Kombination.

Schon gewusst? Wachteleier werden sogar in der Naturheilkunde seit hunderten von Jahren ausgesprochen erfolgreich eingesetzt.

Wachteln beginnen in der Regel bereits im Alter von ca. 7 Wochen mit dem Legen und können bei guter Haltung bis zu 200 Eier im Jahr hervorbringen. Eine Winterpause sollte man ihnen aber trotzdem gönnen. Das verlängert die Lebenserwartung und verbessert den Gesundheitszustand der Wachteln.

Wo bringe ich meine Wachteln unter?

Wachteln hält man am besten an der frischen Luft. Dennoch ist eine sichere Unterkunft zwingend erforderlich, damit Ihre Tiere Schutz vor Witterungen wie Regen, Wind, Kälte und Sonne finden. Außerdem dient ein gemütliches und artgerechtes Gehege als Eierablageort, Rückzugsort sowie ggf. Brutplatz. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Wachtelzuhause absolut fressfeindsicher ist.

Sie können Ihre Tiere sowohl im Gatter als auch im Stall oder einer Voliere halten. Wichtig ist jedoch, dass Sie Ihre Wachteln vor Zugluft und Feuchtigkeit und vor allem Fressfeinden bewahren.

Eine Unterbringung im Käfig halten wir für absolut nicht artgerecht.

Achtung!
Lassen Sie Ihre kleinen gefiederten Schützlinge auf keinen Fall unbeaufsichtig frei auf dem Grundstück herumlaufen, da sie auf diese Weise ein leichtes Ziel für Fressfeinde wie Hunde, Katzen, Marder, Raubvögel oder Ratten darstellen. Zudem können die Tiere einfach entwischen oder davonfliegen.

Käfighaltung ist als artgerechte Wachtelunterkunft ungeeignet

Wachteln halten - Alles über Wachteln online im Wachtel Shop

Die Wachtelhaltung im Käfig ist nicht empfehlenswert und wenig artgerecht. Sogenannte Wachtelmastbetriebe halten ihre Tiere in 40x80 cm Käfigen auf Gitterdraht und ca. 100 Wachteln auf einem Quadratmeter. Nur wenn man viele Wachteln auf kleinstem Raum halten möchte und ausschließlich am Profit interessiert ist, kommt eine Käfighaltung in Frage. Da Sie als liebevolle Wachteleltern jedoch um das Wohl Ihrer Tiere sicherlich besorgt sind, wollen Sie diese nicht den engen Zuständen eines solchen Käfigs aussetzen.

Stall ist bei ausreichender Größe ein gutes Wachtelgehege

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Der Stall stellt eine gängige und unkomplizierte Möglichkeit dar, seine Wachteln zu halten. Bei der Wachtelhaltung im Stall nutzt man meistens einen geschlossenen Raum, der mindestens eine Gesamtgröße von ca. 1 m x 1,5 m mitbringen sollte. Selbstverständlich ist die erforderliche Größe immer von der Anzahl der gehaltenen Wachteln abhängig. Ist das Stallgehege ausreichend groß und mit Sandplätzen sowie Verstecken ausgestattet, fühlen sich Ihre Tiere rundum wohl.

Gatter in Kombination mit Stall optimal

Im Gatter werden Ihre kleinen Schätze naturnah und liebevoll gehalten, weshalb diese Gehegeart einer der beliebtesten Unterbringungsmöglichkeiten für Wachteln ist. Im Gehege können Ihre gefiederten Freunde im frischen Gras picken, scharren sowie Kleintiere aus der Erde verspeisen. Als Gatterkonstrukt kann eine Holzkonstruktion dienen, die lediglich mit feinem Zaun verkleidet wird. Wichtig ist dabei, dass die Maschengröße maximal 12mm beträgt, da sonst Fressfeinde Ihren Wachteln gefährlich werden können. Nach unten hin können Sie diese offen lassen. Auf diese Weise können Sie sich das Ausmisten des Geheges sparen und müssen lediglich das Gatter auf ein neues, frisches Stück Grünfläche setzen.

Auf diese Weise wird Ihr Rasen gleichzeitig mit gedüngt. Das gilt natürlich nur für einen beaufsichtigen Auslauf tagsüber. Nachts oder wenn Ihre Wachteln unbeaufsichtigt sind, müssen die Wachteln eine Konstruktion haben, die unbedingt auch von unten gegen Fressfeinde abgesichert ist. Im Winter ist der Umzug in einen Stall erforderlich. Dementsprechend ist die Kombination aus Stall und Gatter für eine liebevolle Wachtelhaltung sehr zu empfehlen.

Voliere als beliebteste Gehegeform für die Wachtelhaltung

Die Wachtelhaltung in einer Voliere ist wohl die bekannteste und beliebteste Art der Wachtelhaltung. Bei dieser Wachtelunterkunft werden Gatter und Stall geschickt miteinander kombiniert. Die Tiere sind dank des stabilen Dachs und den Wänden vor Regen oder anderen Umwelteinflüssen geschützt, während der feine Draht an der Frontseite frische Luft spendet durch die mögliche Luftzirkulation.

Eine Voliere besteht in der Regel aus einem Natur-, Stein oder Holzboden und einem kompletten Dach. Das Dach sollte den gesamten Volierenbereich abdecken, damit die Wachteln vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die Vorderfront ist mit feinmaschigem Draht und die seitlichen Enden sind mit Holzbrettern oder -platten ausgestattet. Natürlich kann auch mit Stein oder anderen Materialien gearbeitet werden. Wenn Sie eine Voliere selbst bauen, achten Sie darauf, dass keine offenen Ecken oder Ritzen zurückbleiben, da diese eine willkommene Einstiegsmöglichkeit für Marder, Wiesel oder Ratten darstellen. Zudem sollte an der Rückseite ein kleines, vergittertes Fenster für eine gute Belüftung angebracht sein. Im Sommer besteht sonst die Gefahr von zu hohen Temperaturen und stauender Hitze, was das Wohlbefinden Ihrer Wachteln erheblich beeinflussen kann.

Volieren sind jedoch nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Wachtelhalter praktisch, denn sie sind dank ihrer großen Höhe leicht zu begehen und zu reinigen. Der Raum nach oben schafft dementsprechend Komfort und Bewegungsfreiheit beim Arbeiten im Stall. Außerdem schützt die Höhe vor Verletzungen bei Schreckflügen. In der Regel können in einer Voliere abhängig von der Bodenbeschaffenheit ca. 5 Wachteln pro m2 gehalten werden. Dabei ist der Reinigungs- und Arbeitsaufwand überschaubar. Bei einem Naturboden empfiehlt es sich, den Besatz nicht voll auszuschöpfen, da die Erde ansonsten sehr darunter leidet. Will man gute Hygienebedingungen schaffen und den zeitlichen Aufwand überschaubar halten, sollte auch bei anderen Böden die Zahl von 5 Wachteln pro m2 nicht überschritten werden.

Wachtelunterkunft richtig ausstatten

Unabhängig von der Haltungsform, gibt es Ausstattungszubehör, das in jedem Wachtelgehege vorhanden sein sollten. Wir vom Wachtel-Shop verraten Ihnen welche:
Zu einer guten Ausstattung in einem Wachtelstall oder einer Voliere zählen in jedem Fall:


Verstecke
sind für Ihre Wachteln die perfekten Ruheplätze und für eine artgerechte Wachtelhaltung zwingend erforderlich, da es ihrem Naturell entspricht. Sie können so auch Reibereien aus dem Weg gehen, was der Struktur und Harmonie in Ihrer Wachtelgruppe sehr gut tun wird. Ohne diese Rückzugsmöglichkeiten werden Ihre Tiere nicht regelmäßig legen.


Sandbad
Ebenfalls unerlässlich für eine tierfreundliche Wachtelunterkunft ist ein Sandbad. In diesem können sich Ihre Tiere von Ungeziefer befreien, ihr Gefieder pflegen sowie kleine Steinchen aufpicken, die die Verdauung fördern. Darüber hinaus wirkt sich ein Sandbad positiv auf das Zusammenleben Ihrer Vögel aus.

Liebevolle Züchter wissen, dass Wachteln ausschließlich im Verbund gehalten werden sollten. Wachteln fühlen sich unter ihresgleichen nachweislich wohler, da sie sich gerne aneinander kuscheln oder zusammen Eier legen. Ausnahmen gibt es selbstverständlich auch hier. So dürfen z.B. Californische Schopfwachteln oder Zwergwachteln nur paarweise gehalten werden. Missachtet man die Monogamie dieser Arten, kann es zu ernsthaften Verletzungen der Tiere untereinander bis hin zum Tode kommen.

Eine
Wachteltränke und ein Futterplatz
sind für das Überleben Ihrer Tiere essentiell. Stellen Sie die Tränke am besten an einem höher gelegten Ort (z. B. auf einen Backstein oder ein Holzstück) und nicht auf dem Boden auf, da ansonsten Einstreu sowie Kot das Wasser verunreinigen können. Es gibt auch Wachteltränken, die hängend befestigt werden können. Alternativ kann z.B. mit Nippeltränken gearbeitet werden.

Gut zu wissen!
Wachteln stellen das Eierlegen ein, sobald kein Wasser mehr zur Verfügung steht. Wollen Sie also jederzeit frische Wachteleier genießen, sorgen Sie immer für ausreichend Wassernachschub. Um Ihnen diese Arbeit zu erleichtern, gibt es auch praktische Tränkensysteme, die auch eine zeitliche Erleichterung verschaffen. Den Futterplatz sollten Sie von der Anzahl der gehaltenen Wachteln abhängig machen. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle.

Haben Sie sich nicht für einen Naturboden, sondern für einen Holz- oder Steinboden entschieden, ist eine passende Einstreu ebenfalls ein wichtiges Kriterium für eine artgerechte Wachtelhaltung. In staubfreien Hobelspänen oder kurzem Stroh fühlen sich Wachteln besonders wohl.

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Grundfutter und kleine Leckerbissen für eine ideale Ernährung

Das Hauptfutter für Ihre Wachteln muss ständig zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten Sie dieses abwechslungsreich auf Ihre Tiere abstimmen. In der Praxis hat sich eine Mischung aus Grundfutter und kleinen Leckereien bewährt.

Als Grundfutter empfiehlt sich ein Futter mit einem Rohproteingehalt von 17-20%. Wachtelfutter mit einem Proteingehalt von weniger als 17 % lässt die Legeleistung sinken und die Wachteleier kleiner werden. Ein höherer Anteil an Protein hingegen kann eine Gewichtszunahme Ihrer Schützlinge bedeuten und kann das Legeverhalten auf unnatürliche Weise beeinflussen. So kann es zu einem krankhaften Dauerlegen kommen, was die Alterserwartung Ihrer Wachteln verringert und die Lebensqualität senken kann.

Köstliche Leckerbissen wie Gammarus, geriebene Möhren, getrocknete Kräuter und Blüten im Vitalmix oder oder oder bieten Ihren Wachteln über die Grundversorgung hinaus, die nötige Abwechslung und sorgen für die tägliche Extraportion Natürlichkeit und Gesundheitspower.

Wachteln im Winter halten

Für die Wachtelhaltung im Winter ist eine geschützte Behausung unabdingbar. Schaffen Sie dementsprechend Rückzugsorte, die bei kalten Temperaturen von Ihren Tieren aufgesucht werden können. Temperaturen bis ca. -15°C stecken Wachteln in windgeschützter und trockener (!) Umgebung problemlos weg. Zusätzliche Infrarot- oder Wärmelampen bringen eine angenehme Wärme in die Voliere oder den Stall bei Außentemperaturen von unter -10 °C. Aber Vorsicht! Es sollten immer noch naturnahe Temperaturen sein. Starke Temperaturschwankungen machen den kleinen Tieren stark zu schaffen und können sogar zum Tod der Tiere führen. Wollen Sie die Temperaturen in Ihrer Voliere kontrollieren, empfiehlt sich die Anschaffung eines Funkthermometers.

Als Richtwert gilt: Sie sollten mit einer zusätzlichen Wärmequelle im Winter die Temperatur nie um mehr als 7°C erhöhen.

Mit Hilfe des genannten Funkthermometers haben Sie die herrschenden winterlichen Temperaturen in Ihrer Wachtelbehausung immer im Blick und können dementsprechend entgegensteuern. Außerdem haben Ihre Tiere dann die zusätzliche Herausforderung der Mauser, wodurch sie besonders viele Nährstoffe benötigen. Hier können Sie Ihre Lieblinge zum Beispiel durch unser Winter-Fit unterstützen. Darüber hinaus ist es für die Wachtelhaltung während des Winters unerlässlich, ständig auf frisches und nicht gefrorenes Wasser zu achten. Bei den kalten Temperaturen im Winter kann es schnell passieren, dass das kostbare Trinkwasser in der Tränke zufriert. Elektrische Trinkwärmer können Abhilfe schaffen. Unter die Tränke gelegt, sorgen sie mit nur wenig Energie stets dafür, dass das Wasser für Ihre Lieblinge nicht einfriert.

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