Corona bei Wachteln und Hühnern

19.03.2020 21:06
Corona bei Wachteln und Hühnern

Corona bei Wachteln und Hühnern

Was in Wuhan, einer chinesichen Stadt, begann und anfangs von vielen Menschen ignoriert wurde, ist heute in aller Munde und beeinflusst das Leben von uns allen. Und sei es nur bei den regulären Eikäufen. Fakt ist: Das Coronavirus berührt aktuell die ganze Welt.

Aber kann das humane Corona Virus Sars-CoV-2, dass sich seit Ende 2019 weltweit verbreitet, auch für Ihre Wachteln und Hühner gefährlich werden?

Oder können in diesen Zeiten unsere Hühner und Wachteln sogar für uns gefährlich werden?

Können sie das Virus übertragen und uns anstecken?

Muss ich meine Kinder von den Tieren fernhalten?

Solche und ähnliche Fragen werden aktuell täglich an uns herangetragen. Nicht ohne Grund, denn Geflügelhalter sind wohl mit Seuchenlagen, wie beispielweise der Geflügelpest, ohnehin häufiger konfrontiert, als die meisten Menschen.

Daher haben wir die wichtigsten Fakten rundum die Krankheit Covid-19 einmal für Sie zusammengefasst.

Das wichtigste zuerst: Aktuell gibt es keinen Grund zur Sorge. Auch wenn noch unklar ist, ob das Coronavirus, dessen Ursprung wohl bei Fledermäusen liegt, direkt von der Fledermaus auf den Menschen übertragen wird oder ob es Zwischenwirte gibt, gibt es aktuell keinen Hinweis darauf, dass eine Übertragung auf andere Tierarten gibt. Auch eine Übertragung von anderen Tierarten auf den Menschen ist nicht nachgewiesen.

Ausführliche Informationen finden Sie außerdem auf der Seite des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit. Speziell hier finden Sie Informationen für Haus- und Nutztiere.

Coronavirus – Neue Gefahr oder alter Bekannter?

Corona-Virus-Infektionen sind für Hühnerhalter gar nicht so neu, wie vermutlich für viele andere Menschen. Denn: Die sogenannten abvieren Coronaviren sind bei Hühnern durchaus verbreitet. Allerdings ist die bekannte abviere Form ganz klar von der SARS-CoV-2-Infektion zu unterscheiden. Eine Stellungnahme der World Organisation for Animal Health finden Sie hier.

Coronaviren bei Hühnern – Die Infektiöse Bronchitis

„Ja genau, das Virus der infektiösen Bronchitis (IB), die vielen Hühnerhaltern bekannt ist und gegen die viele flächendeckend all ihre Tiere impfen lassen, ist auch in die Familie der Coronaviridae einzuordnen.“ Dr. Eva Casteel, Tierärztin mit dem Spezialgebiet Geflügel.

„Es gibt unterschiedliche Virusstämme deren Bezeichnungen z.B. Massachusetts, D274, 4/91 oder QX sind. Das spielt vor allem eine Rolle bei der richtigen Auswahl des Impfstoffes durch den Tierarzt.“

Die Übertragung

Beide Coronaviren scheinen sich allerdings sehr ähnlich zu verbreiten. Eine Übertragung erfolgt über Staub- und Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass bereits über kleinste Staubpartikel oder gar die Luft die Viren von einem Körper zum nächsten gelangen können und sich so unheimlich schnell und effektiv ausbreiten können.

Bei der infektiösen Bronchitis (IB) können innerhalb eines Tages die ersten Symptome auftreten. Bei dem humanen Corona Virus Sars-CoV-2 kann die Inkubationszeit bedeutend länger, bis zu 14 Tagen, dauern.

Vorsorge ist besser als Nachsehen

Aufgrund dieser rasanten Ausbreitung der infektiösen Bronchitis (IB) können sich Hühnerställe untereinander sehr schnell anstecken. Die IB kommt nur bei Hühnern vor! Aber woran erkennt man diese Erkrankung?

  • Erkrankung über den Atmungstrakt, trotzdem starke Varianz der Symptome
  • Häufig Luftröhre, Nieren, Geschlechtsorgane und Verdauungstrakt
  • Abfall der Legeleistung (bis zu 50%)
  • Verformte Eier
  • Dünne Schalen
  • Eiklar wässerig
  • Schlechte Befruchtungsquoten
  • Häufig zusätzliche Infektionen der geschädigten Organstruktur

Was kann man nun am besten gegen diese bekannte Form des Coronavirus bei Hühnern tun?

Frau Dr. Eva Casteel sagt dazu:

„Vorweg soviel: Eine Behandlung ist nicht möglich. Impfstoffe stehen aber für mehrere Virusstämme zur Verfügung!

Wie erwähnt verläuft die Infektion sehr schnell. In der Regel ist im Handumdrehen der ganze Bestand betroffen. Es sollte sofort ein Virusnachweis erfolgen. Infos dazu liefert dir dein Tierarzt.

In der Regel werden Proben aus der Luftröhre entnommen bzw. verstorbene Tiere sollten zur Sektion in ein geeignetes Labor gebracht werden um Probenmaterial aus anderen Organen zu entnehmen.

Weiss man nun genau welcher Virusstamm die Infektion verursacht hat, so kann zusammen mit dem Tierarzt ein Impfplan erstellt werden.

In der Hähnchenhaltung werden die Küken in der Regel IB gesprüht und um den 10. Tag herum mit einer jeweils sinnvollen anderen Virusvariante über das Wasser geimpft oder nochmals vom Tierarzt geprüht.

In der Hobbyhaltung haben sich Impfungen in der 3./9./15. Lebenswoche und dann alle 6-12 Wochen etabliert. Kombinationsimpfstoffe sind sinnvoll. Sie enthalten mehrere Stämme des Virus.

In besonderen Gefährdungslagen sollte über eine Kükenimpfung unbedingt nachgedacht werden.

Die Impfung kann bei älteren Tieren in der Regel mit der ND Impfung zusammen verabreicht werden.“

Ihren kompletten Beitrag können Sie hier nachlesen.

Fazit

Das humane Corona Virus Sars-CoV-2 (Covid-19) hat nichts mit unseren Hühnern zu tun. Hühner übertragen nach aktuellem Wissensstand kein Corona Virus Sars-CoV-2 und stecken somit auch keinen Menschen an.

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