Hitze bei Wachteln: Das musst Du beachten!

Wir freuen uns über warme Tage - doch die Auswirkungen auf unsere Tiere unterschätzen wir oft. Und während wir uns vor der Hitze zurückziehen können, bleibt unseren Wachteln und Hühnern nur der Raum, den wir ihnen geben. Und Hitze kann für Deine Wachteln schnell zur Gefahr werden!

Wir geben Dir Tipps, wie Du Deine Wachteln vor der Sommerhitze schützen kannst! 

Warum sind Wachteln so hitzeanfällig?

Wenn uns Menschen zu heiß wird, beginnen wir zu schwitzen. Durch die Verdunstung des Schweißes auf der Haut kann unser Körper etwas abkühlen und die Hitze besser ausgleichen. Wachteln und Hühner haben diese Möglichkeit nicht, denn sie können nicht schwitzen. Ihre einzige Möglichkeit zur Abkühlung ist das Hecheln.

Hohe Temperaturen bedeuten deshalb eine enorme Belastung für den Organismus der Tiere und können im schlimmsten Fall sogar zu einem lebensgefährlichen Kreislaufzusammenbruch führen. Zusätzlich schwächt starke Hitze das Immunsystem: Die Tiere werden anfälliger für Parasiten und Krankheiten. Auch die Legeleistung leidet häufig darunter, wenn Wachteln und Hühner unter Hitzestress stehen und körperlich geschwächt sind.

Aber: Auch zuwenig Sonnenlicht schadet. Auch Wachteln und Hühner brauchen Vitamin D, welches nur über Sonnenlicht aufgenommen werden kann - und genügend Licht ist wichtig für die Legeleistung, das Wohlbefindne und die Vitalität von Wachteln und Hühnern. Vor allem in den dunklen Wintermonaten kann ein Mangel an Tageslicht Auswirkungen auf Gesundheit und Aktivität der Tiere haben.

Wir zeigen Dir: Welche Folgen hat zu wenig Sonnenlicht – und wie kannst Du Deine Tiere optimal unterstützen?

5 Hitzetipps für Wachteln

5 Hitzetipps für Deine Wachteln

1. Schattige Plätze schaffen

Steht die Voliere oder der Stall nicht ohnehin im Baumschatten, sollten schattige Plätze geschaffen werden. Grüne Pflanzen wie Bambus spenden nicht nur kühlen Schatten, sondern verschönern  auch die Voliere! Zwei bis drei große Bambuspflanzen im Topf lassen sich einfach um oder in der Voliere plazieren und können bei Bedarf umgestellt werden!

Fehlen natürliche Schattenplätze, kann ein Sonnenschirm oder ein an der Voliere befestigtes Spanntuch für Abhilfe sorgen. Wichtig: Die Hitze sollte sich darunter nicht stauen!

2. Kühle von unten

Naturstreu wie Kokosstreu, Waldbodenstreu oder Sand eignet sich besonders gut zum Anfeuchten. Dadurch entsteht eine angenehme Kühlung von unten, die von Wachteln und Hühnern gerne genutzt wird.

Auch eine schattig platzierte Steinplatte kann an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Wird sie zusätzlich leicht befeuchtet, bleibt sie lange angenehm kühl und wird schnell zu einem beliebten Ruheplatz.

Sandbereiche im Schatten bleiben oft über viele Stunden kühl und eignen sich ideal für entspannte Sandbäder.

3. Wasserreiche Snacks 

Zur zusätzlichen Flüssigkeitsversorgung bieten sich wasserreiche Snacks wie Wassermelone oder Gurke an. Besonders erfrischend werden sie, wenn man sie vorher kurz im Kühlschrank lagert oder für wenige Minuten ins Gefrierfach legt. Und etwas federgold® Vital-Komplex oder federgold® Immun Complete darübergestreut gibt zusätzlichen Benefit für Deine Tiere!

4. Trinkwasser frisch halten

Im Sommer sollte das Trinkwasser deutlich häufiger gewechselt werden, damit es frisch und angenehm kühl bleibt. Bei kleinen Tränken besteht zudem die Gefahr, dass sie über den Tag nicht ausreichen, da die Tiere mehr trinken und das Wasser zusätzlich verdunstet. Größere Tränken und mehrere Wasserstellen schaffen Abhilfe.

5. Luft zirkulieren lassen

Steht die Hitze oder ist die Luft besonders schwül, kann außerdem ein Ventilator für bessere Luftzirkulation sorgen. Wer die Möglichkeit hat, Strom an der Voliere zu nutzen, sollte diese Unterstützung an heißen Tagen unbedingt in Betracht ziehen.

Warum sind Wachteln so hitzeanfällig?

Hitzefallen vermeiden: Diese Ställe eigenen sich nicht für Deine Wachteln!

Wachteln im Gewächshaus halten?

Gerade im Herbst, wenn die Sonne langsam ihre Kraft verliert und man sich über jeden letzten warmen Tag freut, mag es wie eine gute Idee erscheinen, ein Gewächshaus für die Wachtelhaltung zu kaufen. Es ist gegen Fressfeinde geschützt und wärmt sich angenehm auf in den kalten Tagen, warum also nicht?

Das Problem daran: Schon die Frühlingssonne reicht aus, um das Gewächshaus so stark zu erwärmen, dass die Wachteln oder Hühner einen Kreislaufzusammenbruch erleiden können. Denn Gewächshäuser sind genau so konstruiert, dass sie sich besonders gut in der Sonne aufheizen, sodass es bereits mit den ersten warmen Frühlingsstrahlen zu warm werden kann! Das ist vergleichbar mit einem Auto, das in der Sonne steht und bereits bei normalen Außentemperaturen zur Todesfalle werden kann. 

Unser Tipp: Halte Deine Wachteln oder Hühner nie in einem Gewächshaus! Die Wärme lässt sich nicht regulieren, was im schlimmsten Fall sogar zum Kreislaufzusammenbruch und Tod führen kann. Auch ein Dachfenster im Gewächshaus bringt nicht genug Abluft und ist zudem Einbruchstelle für Fressfeinde.

Wachteln in umgebauten Kleintierställen halten

Gerne werden Kleintierställe als Wachtelstall umfunktioniert. Im Sommer kann das allerdings zur Gefahr für die Wachteln werden. Das Dach der kleinen Ställe ist mit dunkler Dachpappe verkleidet, weshalb sich das Innere sehr schnell aufheizt. Die geringe Höhe der Ställe, zusammen mit der Sommersonne und der eigenen Körperwärme der Wachteln können den Stall schnell zu sehr aufwärmen.

Wenn Du Deine Wachteln in einem Kleinstierstall unterbringst, sollte dieser unbedingt im kühlen Schatten stehen - und bei starker Hitze müssen die Wachteln gegebenenfalls ausquartiert werden.

Wachteln im Freilaufgehege nicht in die Sonne stellen! 

Viele Wachtelhalter meinen es gut, wenn sie im Sommer ein Freilaufgehege für Nager kaufen, um die Wachteln dort für ein paar Stunden auf dem Rasen picken zu lassen. Leider kommt es immer wieder vor, dass das Gehege dann mitten in der prallen Sonne aufgebaut wird – die kräftige Sommersonne ist jedoch eine enorme Belastung für die kleinen Tiere!

Generell kann man hinterfragen, ob man die Wachteln mit einem Freilauf überhaupt etwas Gutes tut: Das Hin- und Hertragen bedeutet jedes Mal Stress für die Tiere - und im Freilauf auf offener Wiese ohne Rückzugsort fühlen sich die Tiere nicht wohl. Ein Freilauf ist auch für Fressfeinde gut zugänglich und sollte besser nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. 

Unsere Empfehlung: So bringst Du Deine Wachteln im Sommer unter!

Unsere Empfehlung für eine artgerechte Unterbringung ist eine große, strukturreich und artgerecht eingerichtete Voliere. Naturnahe, verschiedene Einstreu, frische Grünpflanzen, ein (schattiges!) Sandbad und natürlich frisches Wasser und ein hochwertiges Alleinfutter sind beste Voraussetzungen für eine artgerechte Wachtelhaltung auch im warmen Sommer.

Tipps zum Bau Deiner Voliere: Nutze ein helles, aber nicht durchsichtiges Dach, damit die Sonneneinstrahlung Deine Voliere nicht zu sehr erhitzt! 

Auch wenn nicht jeder Sommer ein Hitzesommer wird, ist es sinnvoll, schon ebim Bau der Wachtelvoliere zu überlegen, in welche Richtung sie ausgerichtet sein soll. Bietet sich zudem der Standort an einer Hauswand oder im Baumschatten an, ist das ein guter Vorteil.

So richtest Du Deine Wachtelvoliere richtig aus:

  • Süden: Die Wachtelvoliere Richtung Süden auszurichten ist nicht empfehlenswert – die Sonneneinstrahlung erwärmt im Sommer die Voliere zu sehr! Steht die Voliere schon, sollte man im Sommer zumindest mithilfe eines hoch gespannten Sonnensegels und unseren anderen Sommertipps für etwas Schatten sorgen.

  • Osten & Westen: Die Ausrichtung nach Osten und Westen sind eine gute Wahl für Deine Wachtelvoliere. Die Morgen- und Abendsonne ist nicht ganz so heiß und in der Regel für Deine Tiere nicht zu problematisch. Gerade im Winter ist es zudem angenehm, wenn ein paar Sonnenstrahlen die Federn erwärmen!

  • Norden: Was die Hitzeentwicklung angeht, ist die Nordseite natürlich die sicherste Seite. Hier bleibt die Voliere auch bei Sommerhitze eher kühl und die Wachteln überhitzen nicht. Dafür bekommen die Tiere in den dunklen Wintermonaten evtl. zu wenig Licht ab, sodass man eine zusätzliche UV-Lampe als "Sonnenersatz" erwägen sollte.
Wachteln und Licht

Warum Wachteln & Hühner genug Licht brauchen

Hitze kann schnell zur Gefahr für Deine Tiere werden. Aber auch zu wenig Sonnenlicht kann schaden! Der Grund: Sowohl die Legeleistung als auch die Vitalität der Wachteln und Hühner hängen stark vom Licht ab. Das Sonnenlicht regt die Hormonproduktion der Wachteln an und stimuliert sie so zum Eierlegen. Über das Licht nehmen sie zudem Vitamin D auf.

Das ist auch der Grund, weshalb Wachteln im Herbst und Winter weniger legen. Dass die Legeleistung zurückgeht, ist also völlig normal und muss nicht künstlich beeinflusst werden – wer seinen Wachteln die natürliche Legepause gönnt, hat länger etwas von den Eiern, denn jede Wachtel legt eine feste Anzahl an Eiern in ihrem Leben.

In einer etwas dunkleren Voliere kann es im Winter sinnvoll sein, zusätzliches Licht anzubieten. Bekommen Wachteln zu wenig Licht, leidet nicht nur die Legeleistung, sondern auch das Immunsystem und sie werden krankheitsanfälliger. Das ist besonders wichtig, wenn man im Winter brüten will. Küken sollten auf jeden Fall mithilfe einer UV-Lampe unterstützt werden, um fit und gesund zu werden!

Eine längere Beleuchtung im Winter sorgt auch dafür, dass die Wachteln auch abends noch Futter aufnehmen können und mit dem so angekurbelten Stoffwechsel besser durch eine kalte Winternacht kommen. 

Ganz wichtig: Für Wachteln sollte man unbedingt eine UV-Lampe als Lichtquelle verwenden. Eine normale Lampe gleicht nicht das Lichtbedürfnis der Wachtel aus. Dafür gibt es spezielle Vogellampen, die genau für diesen Zweck entwickelt wurden. Normales Licht nehmen die Tiere nur flackernd wahr, was zudem zu Unruhe und Stress führen kann.