Sicheres Einkaufen
Wachtel vs. Huhn
Der Traum von eigenen Hühnern im Garten, täglich frischen Eiern und ein bisschen Landleben vor der Haustür ist weit verbreitet. In der Realität scheitert dieser Wunsch jedoch häufig an den Gegebenheiten: Hühner benötigen viel Platz, sind laut und von den Nachbarn leider selten toleriert. Kommt dann noch die Stallpflicht hinzu, wird die Haltung schnell stressig – für Mensch und Tier.
Was viele nicht wissen: Wachteln sind eine hervorragende Alternative zu Hühnern! Sie stehen dem Huhn in nichts nach – im Gegenteil: In vielen Punkten sind sie dem Huhn sogar eine ganze Schnabellänge voraus! Wir zeigen Dir 10 Gründe, warum die Wachtel das bessere Huhn ist.
1. Platzbedarf von Wachtel und Huhn
Für eine artgerechte Hühnerhaltung rechnet man pro Huhn mit etwa zehn Quadratmetern Auslauf. Weniger Platz führt schnell zu einer zerstörten Grasnarbe, Unruhe in der Gruppe und Streitigkeiten. Bereits für fünf Hühner werden also rund fünfzig Quadratmeter Gartenfläche benötigt, die meist vollständig beansprucht wird. Und was oft auch nicht bekannt ist: Viele Hühnerrassen sind sehr flugfreudig – manche selbst mit gestutzten Flügeln – und neugierig. Diese Kombination lässt die possierlichen Tiere öfter mal in Nachbars Garten landen, wenn der Auslauf nicht entsprechend mit einem Geflügelnetz abgesichert ist.
Wachteln hingegen lassen sich bereits ab einer Grundfläche von etwa 2,5 m² in einer kleinen Gruppe artgerecht halten. Sie benötigen keinen Freilauf und keine großen Grasflächen, da sie sich auf offenen Flächen nicht wohl fühlen. Üblicherweise werden Wachteln in Volieren gehalten, die naturnah gestaltet sind und viele Verstecke sowie Naturmaterialien bieten.
Neben der Voliere brauchen Wachteln keinen zusätzlichen Auslauf. Sie bevorzugen geschützte, eher dunkle Bereiche, in denen sie nach Futter suchen, in der Einstreu baden oder ruhen können. Offene Flächen vermitteln ihnen ein Gefühl von Unsicherheit. Eine gut eingerichtete Voliere bietet ihnen daher ein sicheres, naturnahes Umfeld, in dem sie sich rundum wohlfühlen.
Unsere Empfehlung für eine artgerechte Wachtelhaltung lautet: Auf einer Grundfläche von 2,5 m² kann man eine Gruppe von bis zu 8 Wachteln halten. Pro 1m² können je nach Gestaltung der Voliere 2-5 Wachteln artgerecht gehalten werden – wichtig ist aber, ihnen mindestens 2,5 m² Gesamtfläche zur Verfügung zu stellen. Entscheidend ist aber weniger die Größe als vielmehr eine artgerechte und abwechslungsreiche Einrichtung mit Verstecken, Pflanzen, Sandbädern, verschiedenen Einstreuarten und Naturmaterialien. MIt etwas Kreativität lässt sich so auch auf kleinem Platz ein wahres Wachtelparadies zaubern!
2. Der Geruch bei Wachtel und Huhn
Hühner im Garten führen oft zu einer stärkeren Geruchsbelastung. Ihre Hinterlassenschaften sind natürlich zum einen größer, da die Tiere selbst größer sind als Wachteln. Zudem wird der Auslauf mit der Zeit stark beansprucht und ist oft schwer sauber zu halten, sodass sich ein unangenehmer Geruch bilden kann.
Wachteln sind kleiner, entsprechend geringer fallen auch ihre Ausscheidungen aus. Hinzu kommt, dass die Einstreu in der Voliere Flüssigkeit gut aufnimmt und Gerüche bindet. Dadurch entsteht bei richtiger Stallhygiene keine Geruchsbelästigung. Ist die Einstreu stark verschmutzt, wird sie einfach ausgetauscht, sodass es gar nicht erst zu intensiven Gerüchen kommt.
Die Wachtelvoliere lässt sich also bedenkenlos an die Grundstücksgrenze oder auch an die Terrasse bauen, ohne dass der Geruch zuviel wird, solange man die Einstreu regelmäßig wechselt und die Voliere für die Größe der Wachtelgruppe passt.
3. Wachtelei vs. Hühnerei - was ist besser?
Hühnereier sind größer, ja. Aber Wachteleier haben viele Vorteile: Wachteleier enthalten weniger Cholesterin, sind vitaminreicher und besitzen einen höheren Eidotteranteil. In der Küche sind sie vielseitig einsetzbar. Drei bis vier Wachteleier ersetzen ein Hühnerei und sie eignen sich zum Kochen, Braten, Backen oder als Topping für Salate, Flammkuchen oder Pizza. Zudem sind Wachteleier seltener mit Salmonellen belastet und werden häufig besser vertragen. Selbst Menschen mit Hühnereiallergie können oft problemlos Wachteleier essen. Regelmäßiger Verzehr kann nachweislich sogar allergische Reaktionen lindern.
Dazu kommt, dass Wachteln sehr fleißige Eierlegerinnen sind: Wachteln legen während der Legephase nahezu täglich ein Ei – und das oft bis ins hohe Alter. Sie werden im Durchschnitt drei bis vier Jahre alt und versorgen ihre Halter bis zuletzt mit frischen Eiern, insbesondere wenn man ihnen im Winter eine Legepause gönnt.
4. Wachteln sind viel leiser als Hühner
Früher gehörten gackernde Hühner und krähende Hähne zur Alltagskullisse in jedem Dorf. Heute stoßen diese Geräusche leider auf wenig Verständnis in der Nachbarschaft. Viele Halter verzichten daher auf einen Hahn, obwohl dieser eine wichtige soziale Rolle übernimmt, die Hennen beschützt, Streit schlichtet und für Ordnung sorgt.
Doch selbst ohne Hahn sind Hühner laut. Hennen verkünden ein frisch gelegtes Ei gerne minutenlang mit lautem Gegacker – eine charmante Eigenart, die wir sehr lieben, die jedoch nicht überall auf Begeisterung stößt.
Wachteln hingegen sind ausgesprochen leise: Sie geben lediglich leise Pieplaute von sich und werden von Nachbarn meist gar nicht wahrgenommen. Selbst der Ruf eines Wachtelhahns ist deutlich leiser als der eines Hühnerhahns. Zudem ist ein Hahn in der Wachtelhaltung nicht zwingend notwendig, da Wachteln keine ausgeprägte soziale Struktur mehr über den Hahn regeln. Man kann also problemlos auf ihn verzichten.
5. Werden Wachteln zutraulich?
Wachteln gelten oft als scheue Tiere, die panisch aufflattern, sobald man die Voliere betritt. Das ist heutzzutage in der Regel nicht mehr der Fall: Wachteln aus guter Zucht und seriöser Haltung sind zutraulich und ruhig und lassen sich mit etwas Geduld auch problemlos zähmen. Sie picken aus der Hand, rennen nich weg und man kann sie problemlos beobachten, in der Voliere arbeiten und Freude an den Tieren haben. Wichtig ist dabei aber, auf die Herkunft der Wachteln zu achten bzw. auch bei Bruteiern auf die Herkunft der Elterntiere, da sich Charatereigenschaftem vererben können.
Das ist natürlich genauso bei Hühnern möglich, wobei es hier durchaus rasseabhängig sein kann, wie zutraulich ein Huhn werden kann.
6. Farbenvielfalt: So bunt können Wachteln sein!
Bei der Farbenvielfalt sind Hühner natürlich vorn mit dabei, denn durch die vielen verschiedenen Hühnerrassen ist die Auswahl groß und man kann sich problemlos eine bunte Hühnertruppe zusammenstellen.
Aber auch Wachteln gibt es in vielen bunten Farben: Während viele nur die klassischen wildfarbigen und goldgesprenkelten Wachteln kennen, gibt es inzwischen eine große Vielfalt an Farbschlägen und Scheckungen, die es jedem ermöglichen, eine abwechslungsreiche und bunte Truppe an Wachteln zusammenzustellen. Hier zeigen wir Euch die bunte Vielfalt an Wachtelfarbschlägen:
7. Urlaubsvertretung bei Wachtel und Huhn
Bei der Urlaubsbetreuung haben Wachteln klar den Schnabel vorn: Der tägliche Aufwand beträgt meist nur wenige Minuten: Wasser wechseln, gegebenenfalls Futter nachfüllen und Eier einsammeln. Da Wachteln sicher in ihrer Voliere untergebracht sind, muss man sich im Urlaub weder vor Fuchs noch Habicht fürchten – und auch eine Stallpflicht ist kein zusätzlicher Stressfaktor.
Hühner erfordern deutlich mehr Aufwand. Kotbretter müssen täglich gereinigt werden. Ohne automatische Hühnerklappe müssen die Hühner morgens heraus- und abends wieder hereingelassen werden. Zudem sind sie durch ihre offene Haltung stärker gefährdet, Raubtieren zum Opfer zu fallen.
8. Stallpflicht - was gilt für Wachteln?
Ein immer wiederkehrendes Thema in der Geflügelhaltung ist die Stallpflicht, die bei Vogelgrippe ausgerufen wird. Eine Stallpflicht kann behördlich angeordnet werden und trifft in der Regel auch Hobbyhaltungen. Für Hühner bedeutet das, dass sie ihren Auslauf nicht mehr nutzen dürfen und den ganzen Tag im Stall verbringen müssen. Das verursacht erheblichen Stress, vor allem wenn nur kleine Schlafställe vorhanden sind. Enge, Langeweile und fehlende Beschäftigung führen schnell zu Federpicken, Krankheiten und Unruhe.
Auch für Wachteln gilt die Stallpflicht. Der Vorteil ist jedoch, dass sie in einer überdachten, engmaschigen Voliere – der ohnehin von uns empfohlenen Haltungsform – bereits vor Wildvögeln geschützt sind. Für Wachtelhalter ändert sich im Ernstfall also nichts!
9. Parasiten bei Wachteln und Hühnern
Die rote Vogelmilbe ist unter Geflügelhaltern gefürchtet. Sie tritt häufig jeden Sommer auf, vermehrt sich bei Wärme rasant und ist schwer einzudämmen. Gerade an warmen Tagen - am besten wenn man im Urlaub ist und nicht jeden Tag nach den Tieren schaut - kann das schnell zu einer lebensgefährlichen Blutarmut führen.
Auch Wachteln können von der roten Vogelmilbe befallen werden, doch durch ihre geschützte Unterbringung kommt dies deutlich seltener vor. Parasiten werden häufig durch Wildvögel eingeschleppt. Da Wachteln kaum Kontakt zu diesen haben, sind sie wesentlich weniger betroffen.
10. Impfpflicht bei Wachteln und Hühnern
Zuguterletzt das Thema Impfungen: Hühner unterliegen der Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit (ND) - das gilt auch für kleinste Hobbyhaltungen. Diese Impfung muss regelmäßig aufgefrischt werden. Die Impfbelege müssem aufbewahrt und auf Nachfrage vorgezeigt werden können.
Wachteln hingegen müssen nicht geimpft werden. Tatsächlich dürfen sie nicht einmal geimpft werden, da es in Deutschland keinen zugelassenen Impfstoff für sie gibt!
Wir könnten noch viele weitere Vorteile der Wachtel aufzählen – sie ist robust und winterhart, wenig krankheitsanfällig und einfach ein rundum schönes Tier, welches eine tolle Bereicherung für jeden Garten ist – egal wie klein der Platz ist! Schau Dich gern weiter bei uns um, wenn Du mehr Inspirationen für die Wachtelhaltung brauchst oder schreibe uns gerne bei allen Fragen rund um die Wachtel!
Du bist überzeugt? Dann geht's hier zu Deinen zahmen Wachteln aus dem Wachtelland: